Skateinsicht bei Handspiel

Bei einem Grand Hand nimmt der Spieler nach dem Ausspielen seiner Karte zum achten Stich den Skat auf. Der Spieler hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 61 Augen in seinen Stichen erreicht. Die Gegenspieler vertraten die Ansicht, der Grand Hand sei für den Alleinspieler verloren.

Ein bereits gewonnenes Spiel kann durch einen späteren Verstoß gegen die Skatordnung nicht mehr verloren werden. Der Alleinspieler hatte den Grand Hand mit dem Erreichen des 61. Auges endgültig gewonnen. Das Einsehen des Skats beendete daher lediglich das Spiel, so daß eine weitere Gewinnstufe nicht mehr erreicht werden konnte, die vielleicht ohne diesen Verstoß gegen die Skatordnung erzielt worden wäre.

Vorhand hat einen sicheren Grand Hand mit Kreuz- und Pik-Bube. Da beim Fordern weder Mittelhand noch Hinterhand einen Buben bedienen, deckt Vorhand den Skat auf und sagt: "Aha, da liegen die beiden fehlenden Buben im Skat!" Die Gegenspieler verlangen Bezahlung des dadurch vom Alleinspieler verlorenen Grand Hand. Wie ist zu entscheiden?

Vorhand verlor Grand mit Vieren, Spiel 5, Hand 6, also 6 * 24 = 144 Minuspunkte.

Nach der Skatordnung verliert die Partei das Spiel, die während des Spielverlaufs den Skat betrachtet. Das war beim geschilderten Spiel der Fall. Die Einsicht in den Skat war auch dem Alleinspieler bei seinem Grand Hand erst nach Spielende gestattet.